Schottergarten-Verbot in NRW
In Nordrhein-Westfalen (NRW) wurden die Regelungen zur Gestaltung von Vorgärten verschärft, um ökologischen und klimatischen Herausforderungen zu begegnen. Besonders der Schottergarten steht dabei im Fokus, da er als problematisch für Umwelt und Artenvielfalt gilt.
Was sind Schottergärten?
Schottergärten, oft auch als „Steinwüsten“ bezeichnet, sind private oder öffentliche Gartenflächen, die überwiegend mit Schotter oder Kies gestaltet sind. Der Reiz solcher Gärten liegt vermeintlich in der Pflegeleichtigkeit und der modernen Optik. In der Praxis erweisen sie sich jedoch häufig als nachteilig für das Ökosystem.
Hauptmerkmale eines Schottergartens:
- Große Flächen, die mit Schotter, Kies oder Steinen bedeckt sind
- Kaum oder gar keine Vegetation
- Häufig wird eine wasserdichte Folie unter den Steinen verlegt, um Unkraut zu verhindern
- Geringe Versickerungsfähigkeit von Regenwasser
- Hohe Aufheizung der Flächen durch Sonneneinstrahlung
Schottergärten werden oft als pflegeleicht beworben, tatsächlich erfordert die Entfernung von Laub und Schmutz jedoch erheblichen Aufwand. Hinzu kommt, dass die langfristige ökologische und ästhetische Bilanz solcher Gärten negativ ausfällt.
Unterschied Stein-, Kies- und Schottergarten
Es gibt erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Gartengestaltungsarten mit Steinen. Ein Steingarten etwa wird bewusst gestaltet, um natürliche Felslandschaften nachzuahmen. Dabei kommen ausgewählte Pflanzenarten wie Hauswurz, Polsterstauden oder Lavendel zum Einsatz, die Lebensräume für Insekten und Kleintiere schaffen.
Kiesgärten hingegen setzen auf Kies als gestalterisches Element, sind jedoch ebenfalls stark bepflanzt. Sie vereinen eine moderne Ästhetik mit ökologischen Vorteilen, da viele Pflanzen Trockenheit aushalten und nur wenig Pflege benötigen.
Schottergärten stehen im Gegensatz dazu für monotone Flächen mit minimalem Grünanteil. Der ökologische und klimatische Mehrwert fehlt hier völlig, weshalb sie nicht mit den anderen Gartentypen gleichgesetzt werden können.
Schottergärten schaden der Umwelt
Die Folgen von Schottergärten für die Umwelt sind erheblich. Zum einen verschlechtern sie das Mikroklima, da die Steine tagsüber Hitze speichern und diese nachts wieder abgeben. Dieser Effekt führt in städtischen Gebieten zu einer zusätzlichen Aufheizung, was gerade während Hitzeperioden problematisch ist.
Zum anderen hemmen Schottergärten die natürliche Wasseraufnahme. Regen kann oft nicht versickern, da die Böden versiegelt sind, was das Risiko von Überschwemmungen erhöht.
Auch die Artenvielfalt leidet massiv: Ohne Pflanzen gibt es keine Blüten, und ohne Blüten fehlt Insekten die Nahrung. Vögel und Kleintiere finden keine Unterschlupfmöglichkeiten, wodurch das gesamte Ökosystem eines Gartens zusammenbricht.
Was sagt das Schottergarten-Verbot aus?
Das Schottergarten-Verbot in NRW basiert auf einer aktualisierten Fassung der Landesbauordnung seit Januar 2024. Diese besagt, dass unbebaute Grundstücksflächen naturnah gestaltet und begrünt werden müssen.
Zentrale Punkte des Verbots:
- Verbot der Anlage neuer Schottergärten
- Pflicht zur wasserdurchlässigen Gestaltung von Flächen
- Förderung von Pflanzen, die an die örtlichen Gegebenheiten angepasst sind
- Verbot von künstlichem Ersatz wie Kunstrasen
Gilt das Verbot auch für einen bestehenden Schottergarten?
Ob ein bestehender Schottergarten rückgebaut werden muss, hängt von mehreren Faktoren ab. Ein wichtiger Aspekt ist der Zeitpunkt der Anlage: Für Gärten, die nach dem Jahr 2019 gestaltet wurden, besteht in der Regel keine Bestandsschutzregelung, weshalb sie umgestaltet werden müssen. Ältere Schottergärten genießen möglicherweise Bestandsschutz, sofern keine kommunalen Regelungen greifen, die einen Rückbau erzwingen.
Seit dem Jahr 2000 schreibt die Bauordnung in NRW vor, dass unbebaute Flächen begrünt werden müssen. Diese Verpflichtung wurde jedoch lange nicht konsequent durchgesetzt, weshalb es in der Praxis von Stadt zu Stadt unterschiedlich gehandhabt wird. Grundstückseigentümer sollten sich daher an ihre zuständigen Behörden wenden, um Klarheit über ihre Pflichten zu erhalten.
Warum ist auch Kunstrasen verboten?
Kunstrasen mag auf den ersten Blick wie eine pflegeleichte Alternative erscheinen, doch seine ökologischen Nachteile überwiegen deutlich. Da er aus Kunststoff besteht, trägt er zur Umweltbelastung durch Mikroplastik bei, das sich mit der Zeit ablöst und in die Natur gelangt. Zudem versiegelt Kunstrasen den Boden, verhindert die Versickerung von Regenwasser und beeinträchtigt die natürliche Bodenfunktion. Anders als echte Vegetation bindet er kein CO₂, kühlt das Mikroklima nicht und bietet keinerlei Lebensraum für Tiere.
Strafen für das Anlegen eines Schottergartens
Die Missachtung des Schottergarten-Verbots kann empfindliche Folgen haben:
- Aufforderung zum Rückbau: Die zuständigen Behörden können verlangen, dass der Garten umgestaltet wird.
- Bußgelder: Je nach Kommune können Strafen verhängt werden, die oft im mittleren dreistelligen Bereich beginnen.
- Langfristige Auflagen: Zusätzlich können Verpflichtungen zur Begrünung auferlegt werden, die über den Rückbau hinausgehen.
Was bedeutet naturnah? Welche Alternativen gibt es?
Naturnahe Gestaltungsmöglichkeiten bieten zahlreiche Vorteile für die Umwelt und den Besitzer.
Zu den nachhaltigen Gartenalternativen gehören beispielsweise:
- Wildblumenwiesen: Fördern Insekten und benötigen nur minimale Pflege
- Grüne Vorgärten: Mit standortgerechten Pflanzen wie Bodendeckern und Stauden
- Steingärten: Ästhetisch ansprechend und zugleich ökologisch wertvoll
- Urban Gardening: Nutzung von Hochbeeten und Gemüseanbau für die Eigenversorgung
Naturnahe Gärten schaffen Lebensräume für Tiere, verbessern das Mikroklima und fördern die Regenwasserversickerung. Pflanzen wie Wildblumen und Sträucher bieten Nahrung und Schutz für Bienen und Vögel, was die Artenvielfalt stärkt. Gleichzeitig wirken Gärten mit viel Grün kühlend, während sie im Boden gespeichertes Regenwasser zurück in den natürlichen Kreislauf führen.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Pflegeleichtigkeit: Robuste Pflanzen wie Bodendecker oder heimische Stauden benötigen wenig Aufmerksamkeit und verhindern effektiv Unkraut. Darüber hinaus sorgt die natürliche Gestaltung für eine entspannende Atmosphäre, die das Wohlbefinden steigert.
Naturnahe Gärten verbinden somit ökologische Verantwortung mit ästhetischem Genuss und praktischen Vorteilen.
Henkhaus – Ihr Experte für Garten- und Landschaftsbau
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Die Garten- und Landschaftsbau Henkhaus GmbH in Gronau ist Ihr kompetenter Ansprechpartner für die Gestaltung und Bepflanzung Ihres Gartens nach Ihren persönlichen Vorstellungen und dem Straßenbau im Dreieck Westfalen-Ruhrgebiet-Niederlande. Wir sind für unsere Kunden in Gronau und den umliegenden Orten wie Ochtrup, Enschede, Ahaus, Nordhorn oder Bad Bentheim tätig