Naturstein verbaut als Mauer im Vorgarten

Höhenunterschiede im Garten: verschiedene Ebenen gezielt gestalten

Ein Garten muss nicht vollkommen eben sein, um sich vielseitig nutzen und harmonisch gestalten zu lassen. Im Gegenteil: Höhenunterschiede können einem Grundstück Struktur verleihen, verschiedene Bereiche voneinander abgrenzen und interessante Perspektiven schaffen. Dabei müssen unterschiedliche Ebenen nicht zwangsläufig durch eine natürliche Hanglage vorgegeben sein. Auch auf weitgehend ebenen Grundstücken können gezielt Höhen geschaffen werden, um den Garten abwechslungsreicher zu gestalten.

Vorhandene Höhenunterschiede nutzen statt beseitigen

Bei einem Grundstück mit Gefälle erscheint es zunächst naheliegend, das Gelände möglichst weit anzugleichen. Dafür können allerdings umfangreiche Erdarbeiten und entsprechend hohe Stützkonstruktionen erforderlich sein. Eine Alternative besteht darin, den vorhandenen Geländeverlauf zum Ausgangspunkt der Planung zu machen.

Das Grundstück kann beispielsweise in zwei oder mehrere Niveaus gegliedert werden. Eine Ebene schließt an die Terrasse an, eine weitere nimmt Rasen- oder Pflanzflächen auf. Wie viele Ebenen sinnvoll sind und wie groß die jeweiligen Höhenversätze ausfallen, hängt vom Grundstück und seiner späteren Nutzung ab.

Dabei lohnt es sich, bereits vorhandene Gegebenheiten genau zu betrachten. Wo öffnet sich ein interessanter Blick? Welche Bereiche sollen vom Haus gut erreichbar sein? Wo wird ein geschützter Platz gewünscht? Aus solchen Fragen kann sich die Aufteilung des Geländes entwickeln.

Höher sitzen oder einen geschützten Platz schaffen

Schon vergleichsweise geringe Niveauunterschiede verändern die Wirkung eines Aufenthaltsbereichs. Ein etwas höher gelegener Sitzplatz hebt sich vom übrigen Garten ab und ermöglicht einen anderen Blick über das Grundstück. Eine abgesenkte Fläche kann dagegen stärker abgeschirmt und geborgener wirken.

Das eröffnet Spielraum bei der Platzierung von Terrassen und Sitzmöglichkeiten. Die große Terrasse am Haus kann beispielsweise dem Essen und Zusammensitzen dienen, während ein kleinerer Platz an anderer Stelle zum ruhigeren Rückzugsort wird.

Besonders auf kleinen Grundstücken kann diese Art der Aufteilung interessant sein. Die Nutzungsbereiche lassen sich voneinander unterscheiden, ohne überall Sichtschutz, Hecken oder andere vertikale Trennelemente einsetzen zu müssen.

Mauern, Böschungen und Treppen für den Höhenausgleich

Wo zwei Niveaus aufeinandertreffen, muss der Übergang fachgerecht gelöst werden. Welche Variante geeignet ist, hängt unter anderem von der Höhe, dem vorhandenen Platz und der gewünschten Optik ab.

Mögliche Lösungen sind:

  • Stützmauern: Sie fangen größere Geländesprünge ab und benötigen vergleichsweise wenig Grundfläche.
  • Natursteinmauern: Neben ihrer technischen Funktion können sie sich als sichtbares Gestaltungselement in Beete und Terrassen einfügen.
  • Böschungen: Ist genügend Platz vorhanden, ermöglichen sie einen weicheren, bepflanzbaren Übergang.
  • Treppen und Blockstufen: Sie machen unterschiedliche Niveaus begehbar und verbinden Wege sowie Aufenthaltsflächen miteinander.

Solche Bauteile können teilweise mehr als eine Funktion übernehmen. Eine entsprechend ausgeführte Mauer kann beispielsweise gleichzeitig eine Pflanzfläche einfassen oder eine zusätzliche Sitzmöglichkeit bieten.

Beete auf verschiedenen Höhen anlegen

Höhenunterschiede müssen nicht immer das gesamte Gelände betreffen. Mit erhöhten Pflanzflächen und Hochbeeten lässt sich die dritte Dimension auch punktuell in die Gestaltung einbringen.

Das ist vor allem bei begrenztem Platz interessant: Pflanzen befinden sich nicht ausschließlich auf einer Ebene, sondern können gestaffelt angeordnet werden. Niedrige Stauden, höhere Pflanzbereiche und Gehölze ergeben dadurch ein vielschichtiges Bild.

Hochbeete haben zudem einen praktischen Nutzen. Die erhöhte Arbeitsfläche erleichtert viele Pflegearbeiten und reduziert tiefes Bücken. Je nach Aufbau, Standort und verwendetem Substrat entstehen außerdem unterschiedliche Bedingungen für die Bepflanzung.

Wasser und Gefälle miteinander verbinden

Wo Wasser Bestandteil der Gartengestaltung werden soll, können verschiedene Niveaus zusätzliche Möglichkeiten eröffnen. Höhenversätze eignen sich beispielsweise für einen kleinen Wasserlauf oder einen Wasseraustritt, der in ein tiefer gelegenes Becken führt.

Damit wird das Gefälle selbst Teil der Gestaltung. Neben der Wasseroberfläche kommt die Bewegung des Wassers hinzu – und mit ihr das charakteristische Plätschern und Rauschen. Gerade in der Nähe einer Terrasse oder eines Sitzplatzes kann dadurch ein besonderer Aufenthaltsbereich entstehen.

Wie bei allen Wasseranlagen müssen technische Aspekte wie Wasserführung, Abdichtung und gegebenenfalls die notwendige Pumpentechnik von Beginn an berücksichtigt werden.

Was passiert mit dem Erdaushub?

Bei einem Neubau, Poolbau oder größeren Erdarbeiten fallen teilweise erhebliche Mengen Boden an. Bevor dieser vollständig abgefahren wird, kann geprüft werden, ob sich geeigneter Boden für die spätere Gartengestaltung verwenden lässt.

Dabei ist zwischen den Bodenschichten zu unterscheiden. Wertvoller Oberboden kann beispielsweise für spätere Pflanzflächen benötigt werden. Andere geeignete Bodenbestandteile kommen unter Umständen für Auffüllungen oder eine geplante Geländemodellierung infrage.

Ob eine Wiederverwendung möglich und sinnvoll ist, lässt sich allerdings nicht pauschal beantworten. Bodenbeschaffenheit, Tragfähigkeit, Entwässerung und das geplante Geländeniveau müssen zusammen betrachtet werden. Deshalb sollte diese Frage möglichst geklärt sein, bevor größere Erdbewegungen beginnen.

Verschiedene Ebenen frühzeitig planen

Höhenunterschiede lassen sich am besten gestalten, wenn sie nicht erst am Ende der Gartenplanung berücksichtigt werden. Bereits bei der Aufteilung des Grundstücks sollte feststehen, wo Terrassen und Wege verlaufen, welche Flächen befestigt werden, wo Pflanzbereiche entstehen und wie Regenwasser geführt wird.

Das gilt sowohl für Grundstücke mit natürlichem Gefälle als auch für weitgehend ebene Gärten. Denn Höhen müssen nicht zwangsläufig ausgeglichen werden. Manchmal lohnt es sich sogar, sie bewusst zu schaffen – etwa durch eine erhöhte Terrasse, ein Hochbeet oder einen leicht abgesenkten Sitzbereich. Eine durchdachte Planung nutzt die dritte Dimension und macht aus Höhenunterschieden ein Gestaltungselement, das Funktion, Raumwirkung und Aufenthaltsqualität miteinander verbindet.

So wird aus einer vermeintlichen Schwierigkeit des Grundstücks eine zusätzliche Möglichkeit bei der Gartengestaltung!

 

Henkhaus – Ihr Experte für Garten- und Landschaftsbau

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